KOBUDO

Kobudo (jap. 古武道, dt. „alte Kriegskunst“) ist der Oberbegriff für alle antiken japanischen Kriegs- und Kampfkünste. Die vielen verschiedenen Schulen und Kampfstile unterrichteten geheime Techniken, um im Kampf Vorteile zu haben. Diese Geheimhaltung wurde im Kobudo bis in den 80er Jahren des 20. Jh. gepflegt. Aus dem Kobudo haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Kampfkünste entwickelt.

Link zur Tenshin Shoden Katori shinto Ryu – Kobudo Schule

Kobudo | Budoschule Luzern - Senbukan
KOBUDO –  Kenjutsu, Stil “Tenshin Shōden Katori Shintō-ryū”

Tenshin Shoden Katori Shinto Ryu (TSKSR) wurde bereits Mitte 15 Jh. durch Iizasa Chōisai Ienao (1387–1488) gegründet. Seit der Gründung wird es von Generation zu Generation weitergegeben. So werden auch heute die unverfälschten japanische Kampftechniken des Kobudo aus den Zeiten der Samurai unterrichtet. Diese ernsthafte und tiefgründige Kampfkunst lehrt uns, Körper und Geist optimal zu nutzen. Sie vereint Form (Technik) und Weisheit. Da TSKSR eine Kriegskunst ist, ist der sportliche Geist hier nicht präsent und es existieren auch keine Wettkämpfe in diesem Kobudo Stil. Die vom Gründer Iizasa Chōisai Ienao entwickelten Praktiken der Handhabung verschiedener traditionellen Waffen, lehren uns, systematisch unseren Körper, Geist und Seele zu vereinen. Dank dieser Vereinigung können wir den Weg zu unseren wahren Selbst finden und entspannter Herausforderungen begegnen und Hürden meistern. Im Training arbeiten wir mit folgenden Waffen: Katana, Tanto, Bokken, Bō, Naginata, Sō, Shuriken

An unserer Schule wird im Kobudo der Tenshin Shoden Katori Shinto Ryu – Stil gelehrt. Im TSKSR nimmt die Schwertkampfkunst viel Platz ein. TSKSR beinhaltet  Kenjutsu/ Battojutsu, Bojutsu, Sojutsu, Naginatajutsu, Shurikenjutsu, Ryotojutsu und Jujutsu. Es unterscheidet sich vom Kobudo aus Okinawa grundlegend, welches bei uns in den westlichen Ländern gängig als “Kobudo” benannt wird. Das Okinawa-Kobudo hat andere Waffen, andere Techniken und einen anderen Ursprung als TSKSR.

“OKINAWA – KOBUDO”

Okinawa-Kobudo bezeichnet die Kampfkünste mit den auf Okinawa aus alltäglichen Gegenständen entwickelten Bauernwaffen. Die Entwicklung des Okinawa-Kobudō wird zum einen der „Arbeiterschaft“ zugeschrieben, aber auch dem Adel und den Beamten. In japanischen Schriften wird Kobudō oft im Sinn von Koryū benutzt; die hier angegebene Bedeutung ist dagegen im westlichen Sprachgebrauch vorherrschend.

Geschichte von Kobudō (Okinawa-Kobudo), Geschichte von Okinawa

Mitte 15. Jh.wurden in Okinawa drei grosse politische Einflusssphären vereinigt und wurden zum Königreich Ryukyu, der ersten vereinigten Herrschaft in Okinawa. Das Königreich betrieb Handel mit China, Thailand und den Philippinen, sowie mit weiteren Ländern. Im Jahr 1591 begann die Invasion durch Satsuma (heute Kagoshima), die 1606 das Königreich Ryukyu unter die Herrschaft Satsumas brachte. Speziell in dieser Zeit entstand auf der Insel Okinawa das Kobudo, wobei Wurzeln davon noch weiter ins 15. J.h. zurückreichen. Zu der Zeit der japanischen Besatzung hatten die Bewohner von Okinawa hohe Steuern zu bezahlen. Das Tragen von Schwertern und anderen Waffen war ihnen von der Besatzungsmacht verboten worden. Um sich gegen die besetzenden Samurais verteidigen zu können, entwickelten die Bauern und Fischer auf Okinawa Waffensysteme, bei denen sie landwirtschaftliche Geräte, Alltagsgegenstände und Werkzeuge zu Waffen umfunktionierten: Da diese nicht den Charakter von Waffen darstellten, war das Tragen dieser erlaubt. So wurde zum Beispiel der Dreschflegel zum Nunchaku und der Stock zum Bo. Das Tonfa wurde als Kurbel an Mühlsteinen verwendet. 1875 während der Meiji-Periode wurde das Königreich Ryukyu aufgelöst, und die Präfektur Okinawa wurde eingerichtet. Okinawa machte während jener Zeit eine Modernisierung durch, doch während des II. Weltkriegs tobte eine harte Schlacht, in die die Zivilbevölkerung einbezogen wurde, was sowohl an Menschenleben als auch an der Kultur schwere Schäden verursachte. Kobudo bildet die Basis für viele verschiede Kampfkünste, die sich im Laufe der Zeit daraus entwickelten.

Die Hauptwaffen im Okinawa-Kobudō

  1. Bō: Überbegriff für alle Stockwaffen
  2. Eiku, Wēku, Kai oder Sunakake-bo (Fischerpaddel)
  3. Kama (Sichel), siehe auch Kusarigama
  4. Kue oder Kuwa (Gartenharke)
  5. Manjisai (auch Nuntesai, Variante des Sai)
  6. Nunchaku (zwei mit einer Schnur verbundene Stöcke, kurzer Dreschflegel)
  7. Nuntebō (Bō mit Saispitze), siehe auch Yari
  8. Rokushakukama (ein Kama befestigt auf einem Rokushakubo (180 cm langer Bō), Sense)
  9. Sai (Dreizack)
  10. Sansetsukon (dreiteiliger Dreschflegel)
  11. Suruchin oder Kusari Fundō (zwei Gewichte mit einer Schnur dazwischen)
  12. Tecchū (Schlageisen)
  13. Tekkō (Schlagring)
  14. Timbei und Rōchin (Schild aus Schildkrötenpanzer mit Machete oder kurzen Speer)
  15. Tonfa (ursprünglich Griff eines Mühlsteins)
  16. Tuja (Dreizack)

Die Haupt-Stilrichtungen im Okinawa-Kobudō

Die Kobudōstile Okinawas kann man in mehrere Hauptrichtungen unterteilen, welche sich weiter in verschiedene Unter-Stilrichtungen aufgesplittet haben. Die Hauptrichtungen:

  1. Ryūkyū Kobudō
  2. Matayoshi Kobudō oder Kingai Ryū
  3. Yamanni/Yamane Chinen-Ryū
  4. Ufuchiku Kobujutsu
  5. Ryūkyū Oke Hiden Bujutsu (Geheime königliche Kampfkünste Okinawas)
  6. Ryūrei-Ryū
  7. Matsumura Orthodox Shōrin-ryū Karate-do (Gegründet von Hohan Soken)
  8. Motobu Udundi Tuiti Ryū
  9. Isshin Ryū

Quellenangabe: Wikipedia & visitokinawa.jp & katorishintoryu-luzern.ch

Unsere Trainer und Ausbildenden

Michele Miele

Michele Miele

2-Dan, Tenshin Shoden Katori Shinto Ryu
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