Kendo Kriens, Kendo Luzern, Budoschule Luzern – Senbukan

Reihō (Etikette)

Im Kendō gibt es zahlreiche Verhaltensregeln, Reihō genannt, die teils aus historischen und teils aus praktischen Gründen entstanden sind und bis heute beibehalten werden. Die Ursprünge liegen in den in Japan üblichen Verhaltensweisen, etwa der Verbeugung zur Begrüßung, und haben ihre Wurzeln im Zen-Buddhismus und Shintoismus. Dazu gehört zum Beispiel die Regel, die Übungshalle (Dojo) ohne Schuhe zu betreten und sich beim Betreten und Verlassen der Halle (in Richtung Shomen) zu verbeugen. Dazu gehört auch, Innerlich und äusserlich gereiningt zum Training zu erscheinen. Oder die wichtige Grundregel, das Dojo sauber zu halten und dazu Sorge zu tragen. Menschen wie Gegenstände werden mit Repekt behandelt. Die Ausrüstungsgegenstände eines anderen werden nicht berührt oder überstiegen. Jeder Schüler ist selber für seine Kleidung und Ausrüstung verantwortlich, dass sie in sauberem und einwandfreiem Zustand sind. Das Training beginnt und endet jeweils mit einer kurzen Sitzmeditation (Seiza & Mokuso). Trainingspartner werden mit Respekt behandelt, und man eignet sich ein Zuvorkommendes Verhalten an. Die Einzelheiten des Reihō können von Dōjō zu Dōjō leicht variieren. Die korrekte Ausführung des Reihō wird in Graduierungsprüfungen mit beurteilt.

Innere Haltung

Die innere Haltung ist beim Kendō sehr wichtig. Beim Kendō gibt es keine solitäre Verteidigung (Wer verteidigt, verpasst die Gelegenheit zum Angriff!). Aus jeder Situation soll etwas Positives gemacht werden. Alleinige Verteidigung ist lediglich destruktiv gerichtet. Im Kendo wird auf den Gegner geistiger Druck (Seme) ausgeübt mit Körperhaltung, Schwert-Grundstellung und Geistiger Haltung. Durch Seme kann für einen Angriff (Shikakewaza) den Moment der geistigen (und damit auch körperlichen) Immobilisation des Gegners genutzt werden, oder es kann den Gegner durch Druck und gezielte Öffnung zum gewollten Angriff gegen einen selbst „eingeladen“ werden, was für den eigenen Gegenangriff oder Kontertechnik (Ōjiwaza) genutzt wird. 

Im Kendo darf nicht gezögert werden, alles erfolgt mit ganzer Absicht und ganzem Herzen. Es ist nicht wichtig, ob man getroffen wird. Entscheidend ist die Beständigkeit im Training, sich selber und sein Kendo zu erkennen und dieses wie seine eigene Person stetig zu verbessern.

Zanshin

Zanshin bezeichnet den körperlichen und geistigen Zustand erhöhter Wachsamkeit, Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration. Im Kendo bedeutet Zanshin das Behalten der Kontrolle über den Gegner und über die Gesamtsituation vor und speziell nach einem erfolgten Angriff oder Gegenangriff/ Kontertechnik.

Kiai (Kampfschrei)

Die Vokalisierung, der Kampfschrei (Kiai) ist beim Kendō sehr wichtig. Die Trefferzonen beim Kendō werden zusammen mit der Ausführung des Schlags laut gerufen (z. B.: Kote!, Men!, Do!, Tsuki!). Damit ist vermittelt, dass der Treffer kein Produkt des Zufalls war, sondern mit voller Absicht und Überzeugung erzielt wurde. Der Kampfschrei wir auch benutzt zur Herstellung der Körperspannungpannung, deshalb kommen im Kendo auch ausserhalb der ausgeführten Schläge Kiai vor. Im Moment des Treffens gehört immer das Kiai dazu, damit ein ausgeführter Schlag  ein gültiger Treffer sein kann. (siehe unten Ki-ken-tai-ichi).

Ki-ken-tai-ichi

Ki-ken-tai-ichi (気剣体一致), die Einheit von Geist (Ausdruck durch Kiai, den Schrei), Körper (Körperbewegung, z.Bsp. Fumikomiashi) und Schwert (Schlagführung, Treffender Teil des Schwertes, getroffener Teil des Gegners), ist Grundlage und Vervollkommnung im Kendo. Energiezentrum dabei ist die Körpermitte (Hara).

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